Archiv für Oktober 2009

WORKSHOPS

social justice training zu klassismus
mittwoch, 15h
Tanja Abou
Ort: „Die ganze Bächerei“ Waldemarstraße 46 Kreuzberg U-Bhf. Kottbusser
Tor / leider nicht barrierefrei
TeilnehmerInnenzahl: max. 12
Beschreibung:
Social Justice meint Anerkennungs- und Verteilungsgerechtigkeit und
tritt dafür ein, dass alle Menschen den gleichen Zugang zu allen
gesellschaftlichen Ressourcen haben:
Zugang also zu materiellen, kulturellen, sozialen, institutionellen,
politischen Bereichen usw.
Und das ungeachtet ihrer „Nützlichkeit“ in dieser Gesellschaft. Und das
ungeachtet ihrer Hautfarbe, ihres Alters, ihrer sozialen und kulturellen
Herkunft, ihres Geschlechtes, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer
körperlichen oder geistigen Verfasstheit usw.
Das Projekt Social Justice tritt ein für die Idee des Verbündetseins,
der politischen Freundschaft, wo uns die Anliegen der Anderen die eigene
Anliegen sind. (Homepage SoJu)

Klassismus ist die deutsche Übersetzung des englischen Begriffs
Classism, der in den USA gebildet wurde, um die Auffassung zu betonen,
dass Diskriminierung nicht nur aufgrund von ethnisch bedingtem
Rassismus, auf Basis des Geschlechtes Sexismus oder des Lebensalters
oder anderer Gruppierungsmuster, sondern auch auf Grund der
Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Klasse stattfindet. (wikipedia)

queer & rebel – wagentage

[eng]
queer and rebel week will happen for the third time this autumn from October 21 – 25 with workshops, actions and events. queer and rebel is self organised, DIY and spontaneous event in Schwarzer Kanal, Berlin.
Wagentage is a meeting of people who lives in wagen around Germany and Europe. Exchange information and experiences and joining forces against evictions of wagenplatz.

[de]
zum dritte mal dieses jahr gibt es die queer&rebel action days im wunderschönen berliner oktober. wieder selbst organisiert, DIY, mit workshops, vokü, veranstaltungen, kultur, widerstand, … diesen herbst in verbindung mit den Wagentagen, vernetzung, austausch, abhängen, noch mehr gemeinsamer widerstand.

Schwarzer Kanal ist räumungsbedroht!!

Der Wagenplatz Schwarzer Kanal soll weichen
SKoben
[website schwarzer kanal here]
Der Schwarze Kanal ist einer der ältesten Wagenplätze Berlins, Im Jahre 1990 siedelte er sich an der Schillingbrücke an, dort wo sich heute die Verdie-Landeszentral befindet. Seit 2002 stehen die Wagen auf dem Grundstück Michaelkirchstr. 20, aber am Ende des Jahre sollen die Bewohner_innen wegen eines Neubaus weichen.

Weit mehr als nur ein Wohnort für ca. 25 Menschen versteht sich das Projekt „Queer-Wagenplatz Schwarzer Kanal“ als politischer Freinraum, wo zahlreiche nicht-kommerzielle Veranstaltungen für einen breiten Besucher_innenkreis stattfinden. Das Wort „queer“ – für viele nur ein Sammelbegriff für Lesben,Schwule, Bisexuelle, Transgender und intersexuelle Menschen – steht hier für ein linkspolitisches Bewußtsein, das Geschlechternormen in Frage stellt und die Anliegen von sexuellen Minderheiten mit Antirassismus und Anitfaschismus verbindet. Für den Wagenplatz Schwarzer Kanal bedeutet das, diesen Anspruch im Alltag und mittels Veranstaltungen und anderen Angeboten zu verwirklichen. Es gibt regelmäßige thematische zugeschnittene Filmabende und Konzerte, eine wöchentliche Volxküche, ein Film- und ein Musikfestival, eine Selbsthilfe Fahrradwerkstatt, die auch kaputte Fahrräder für Flüchtlinge sammelt und sie mit ihnen zusammen repariert. Der Schwarze Kanal ist ein Ort, wo sich Menschen vernetzen können, um gemeinsam Ideen zu verwirklichen und politisch aktiv zu werden. Die verschiedenen Projekte arbeiten unkommerzielle und finanzieren sich auf Spendenbasis, sie wollen zugänglich sein ohne durch Eintrittsgelder oder Kosumzwang auszugrenzen. Austausch, Kontakte und Netzwerke über Berlin und Deutschland hinaus findet statt. Für Besuch gibt es mehrere Gästeplatze/-wägen. So entstanden Freundschaften und Netzwerke über die ganze Welt.

Der Alltag der Menschen, die dort wohnen wird gemeinsam organisiert. Entscheidungen werden im Konsens getroffen. Mit dem aus Sonne und Wind hergestellte Strom muß sparsam verwendet werden, es werden nur geringe Mengen produziert. Das Gemüse wird zum Teil selbst angebaut. Mangels Investoren, die dort bauen wollen, hat der Grundstücksteigetümer, die firma HochTief dem Schwarzen Kanal seit 2002 erlaubt zwei benachbarte Grundstücke zu nutzen: Als Hochtief damals eines der Grundstücke kaufte unterschrieb es einen Vertrag, das Grundstück bis 2010 zu bebauen. Wegen fehlender Nachfrage – überall in Berlin stehen Büroflachen und Industriegebäude leer – hat HochTief geplant für sich und seine Tochterfirmen einen neuen Firmensitz zu bauen.

Das andere Grundstück benötigt HochTief für seine Baulogistik und dort stehen die Wägen und LKW’s des Schwarzen Kanals. Die bisher vertraglich geltende Gestattungs/Nutzungsvereinbarung wurde nun zum 31.12.09 von HochTief gekündigt. Die Firma HochTief ist durchaus bereit den Wagenplatz als einen verantwortungsvollen Mieter weiterzuempfehlen und hat auch selbst Ersatzgeländer angeboten. Eines liegt in Marzahn – ein Stadteil, bekannt für die große Anzahl aktiver Neonazis – unweit einer Sickergrube und die anderen außberhalb der Stadtgrenze. Das Projekt versteht sich aber als Teil des kulturellen Lebens der Innenstadt und würde seinen Zweck stark einbüßen, wenn es nicht mehr im Zentrum angesiedelt wäre.

Die Wagenbewohner_innen und Unterstützer_innen suchen derzeit nach neuen Grundstücken. Bezirkspolitiker zeigen sich zwar besorgt, haben aber bis jetzt keine konkreten Vorschläge gemacht.So werden Subkultur und nichtkommerzielle Projekte an den Stadtrand geschoben. Wenn bis Ende Dezember keine Lösung gefunden ist, werden die Bewohner_innen wohl auf ihrem jetzigen Platz bleiben müssen. Sie kündigen an, das Gelände nicht freiwillig zu verlassen. Vom 21.Okt bis 25.Okt findet dazu eine „Queer und Rebel“ Woche statt, mit Werkstätten,Gesprächen, Konzerten, Kunst und Aktionen rund um das Thema Gentrifizierung und Stadtsanierung bzw. die Entwicklung und den Erhalt von selbst bestimmten, nicht kommerziellen Projekten, Queerem Leben und unabhängiger Kultur. In dieser Woche finden auch die Wagentage, ein städteübergreifendes Treffen verschiedener Wagenplätze und -Bewohner_innen, am Schwarzen Kanal statt. Der Schwarze Kanal sieht sich als Anlauf- und Austauschort verschiedenster Zusammenhänge, z.B. einer queeren Community, der Wagenplatzszene, antirassistischen Gruppen uvm. So lädt er alle solidarischen, unterstützenden Menschen nach Berlin ein.

Für Infos, Fragen, Ideen

schwarzerkanal@squat.net oder

schwarzerkanal.squat.net