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Presseinformation 3.11.2009: Einen Schritt weiter für den Erhalt des Kulturprojektes Schwarzer Kanal

Heute trafen sich Vertreter_innen des Schwarzen Kanals und Vertreter_innen des Liegenschaftsfonds, BVV Mitte, Baustadtrat Mitte und HochTief zum Runden Tisch in den Räumen des Liegenschaftsfonds. Vor dem Treffen zeigten rund 80 Unterstützer_innen ihre Solidarität mit Samba Musik und bunte Transparente vor Ort in der Warschauerstr.

Gefunden werden sollte eine zentrale, langfristige Lösung für das von Räumung bedrohte queere Kulturprojekt Schwarzer Kanal. Von den genannten
Ersatzgeländen kam eines in die nähere Auswahl und wird nun weiter geprüft. Dies wird von den Beteiligten als Schritt zu einer friedlichen Lösung gesehen.

Dennoch ist die Zeit bis zum Kündigungstermin am 31.Dez. knapp. Falls es bis dahin kein Ergebnis gibt würde dies eine polizeiliche Räumung bedeuten. HochTief wollte dies nicht kommentieren und machte vorerst nur ein Zugeständnis einer Verlängerung von maximal 1-2 Wochen.

Der nächste Runde Tisch findet am 23. November um 12 Uhr im Gebäude des Liegenschaftsfonds, Warschauer Str. 41/42, statt.

Anwesend heute waren:
Ephraim Gothe (baustadtrat Mitte)
Frank Bertermann, Elke Reuter (BVV Mitte)
2 Vertreter von HochTief
Fr. Daene (Pressesprecherin Lifo)
Fr. Schönbrunn (Teamleiterin Lifo)
H. Lippmann (Geschäftsführer Lifo)
H. Hetzel (Portfoliomanagement)
7 Vertreter_innen vom Wagenplatz Schwarzer Kanal

NEXT ROUND TABLE

DIENSTAG, 3.November 11.30h-12h, Liegenschaftsfonds Warschauerstrasse
Am Dienstag gehen die Vertragsverhandlungen vom Schwarzen Kanal mit dem Liegenschaftsfonds und den Politiker_innen und HochTief (Besitzer des jetzigen Geländes)weiter.
Das Treffen fängt um 12h in der Warschauerstr.41 an und es wär super, wenn von 11.30 (bitte pünktlich) bis 12h viele Leute sich vor dem Eingang versammeln würden. Bringt Transpis und Schilder und bemalte Regenschirme mit, wenn ihr noch welche von der Demo letzten Samstag habt. Wir wollen mit unserer Anwesenheit die Politiker_innen und den Liegenschaftsfonds laut „begrüssen“ und zeigen, daß wir es ernst meinen und viele sind!

Artikel bei indy

TUESDAY, november 3rd, 11.30-12h Warschauerstr.41 (Friedrichshain)
On tuesday the negotiations with politicans and Liegenschaftsfond and the owner from our ground continue. We ask you to come to warschauerstr 41 at 11.30h (in time!) for half an hour to show the coming people that we are a lot! see you

Schwarzer Kanal ist räumungsbedroht!!

Der Wagenplatz Schwarzer Kanal soll weichen
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[website schwarzer kanal here]
Der Schwarze Kanal ist einer der ältesten Wagenplätze Berlins, Im Jahre 1990 siedelte er sich an der Schillingbrücke an, dort wo sich heute die Verdie-Landeszentral befindet. Seit 2002 stehen die Wagen auf dem Grundstück Michaelkirchstr. 20, aber am Ende des Jahre sollen die Bewohner_innen wegen eines Neubaus weichen.

Weit mehr als nur ein Wohnort für ca. 25 Menschen versteht sich das Projekt „Queer-Wagenplatz Schwarzer Kanal“ als politischer Freinraum, wo zahlreiche nicht-kommerzielle Veranstaltungen für einen breiten Besucher_innenkreis stattfinden. Das Wort „queer“ – für viele nur ein Sammelbegriff für Lesben,Schwule, Bisexuelle, Transgender und intersexuelle Menschen – steht hier für ein linkspolitisches Bewußtsein, das Geschlechternormen in Frage stellt und die Anliegen von sexuellen Minderheiten mit Antirassismus und Anitfaschismus verbindet. Für den Wagenplatz Schwarzer Kanal bedeutet das, diesen Anspruch im Alltag und mittels Veranstaltungen und anderen Angeboten zu verwirklichen. Es gibt regelmäßige thematische zugeschnittene Filmabende und Konzerte, eine wöchentliche Volxküche, ein Film- und ein Musikfestival, eine Selbsthilfe Fahrradwerkstatt, die auch kaputte Fahrräder für Flüchtlinge sammelt und sie mit ihnen zusammen repariert. Der Schwarze Kanal ist ein Ort, wo sich Menschen vernetzen können, um gemeinsam Ideen zu verwirklichen und politisch aktiv zu werden. Die verschiedenen Projekte arbeiten unkommerzielle und finanzieren sich auf Spendenbasis, sie wollen zugänglich sein ohne durch Eintrittsgelder oder Kosumzwang auszugrenzen. Austausch, Kontakte und Netzwerke über Berlin und Deutschland hinaus findet statt. Für Besuch gibt es mehrere Gästeplatze/-wägen. So entstanden Freundschaften und Netzwerke über die ganze Welt.

Der Alltag der Menschen, die dort wohnen wird gemeinsam organisiert. Entscheidungen werden im Konsens getroffen. Mit dem aus Sonne und Wind hergestellte Strom muß sparsam verwendet werden, es werden nur geringe Mengen produziert. Das Gemüse wird zum Teil selbst angebaut. Mangels Investoren, die dort bauen wollen, hat der Grundstücksteigetümer, die firma HochTief dem Schwarzen Kanal seit 2002 erlaubt zwei benachbarte Grundstücke zu nutzen: Als Hochtief damals eines der Grundstücke kaufte unterschrieb es einen Vertrag, das Grundstück bis 2010 zu bebauen. Wegen fehlender Nachfrage – überall in Berlin stehen Büroflachen und Industriegebäude leer – hat HochTief geplant für sich und seine Tochterfirmen einen neuen Firmensitz zu bauen.

Das andere Grundstück benötigt HochTief für seine Baulogistik und dort stehen die Wägen und LKW’s des Schwarzen Kanals. Die bisher vertraglich geltende Gestattungs/Nutzungsvereinbarung wurde nun zum 31.12.09 von HochTief gekündigt. Die Firma HochTief ist durchaus bereit den Wagenplatz als einen verantwortungsvollen Mieter weiterzuempfehlen und hat auch selbst Ersatzgeländer angeboten. Eines liegt in Marzahn – ein Stadteil, bekannt für die große Anzahl aktiver Neonazis – unweit einer Sickergrube und die anderen außberhalb der Stadtgrenze. Das Projekt versteht sich aber als Teil des kulturellen Lebens der Innenstadt und würde seinen Zweck stark einbüßen, wenn es nicht mehr im Zentrum angesiedelt wäre.

Die Wagenbewohner_innen und Unterstützer_innen suchen derzeit nach neuen Grundstücken. Bezirkspolitiker zeigen sich zwar besorgt, haben aber bis jetzt keine konkreten Vorschläge gemacht.So werden Subkultur und nichtkommerzielle Projekte an den Stadtrand geschoben. Wenn bis Ende Dezember keine Lösung gefunden ist, werden die Bewohner_innen wohl auf ihrem jetzigen Platz bleiben müssen. Sie kündigen an, das Gelände nicht freiwillig zu verlassen. Vom 21.Okt bis 25.Okt findet dazu eine „Queer und Rebel“ Woche statt, mit Werkstätten,Gesprächen, Konzerten, Kunst und Aktionen rund um das Thema Gentrifizierung und Stadtsanierung bzw. die Entwicklung und den Erhalt von selbst bestimmten, nicht kommerziellen Projekten, Queerem Leben und unabhängiger Kultur. In dieser Woche finden auch die Wagentage, ein städteübergreifendes Treffen verschiedener Wagenplätze und -Bewohner_innen, am Schwarzen Kanal statt. Der Schwarze Kanal sieht sich als Anlauf- und Austauschort verschiedenster Zusammenhänge, z.B. einer queeren Community, der Wagenplatzszene, antirassistischen Gruppen uvm. So lädt er alle solidarischen, unterstützenden Menschen nach Berlin ein.

Für Infos, Fragen, Ideen

schwarzerkanal@squat.net oder

schwarzerkanal.squat.net